In Burundi leben rund 90% der Bevölkerung auf dem Land, wo Holz die primäre Energiequelle zum Kochen und Heizen ist. Die intensive Nutzung von Holz führt jedoch zu einer erheblichen Abholzung, was schwerwiegende Folgen für die Umwelt und das Klima hat. Der gemeinnützige Verein AKI setzt aktiv für nachhaltige Landwirtschaft und Klimaschutz in Burundi ein und hat dabei wegweisende Projekte mit Modellcharakter entwickelt. Im Folgenden stellen wir einige dieser wegweisenden Lösungsansätze vor.
1. Energiesparende Kochstellen
Diese einfache, aus Backsteinen und Lehm gefertigten Herde sind ideal für Haushalte, die unter den hohen Feuerholzkosten leiden. Feuerholz ist oft die einzige und teuerste Energiequelle für über 90 % der Burundier, die auf dem Land leben und meist auf traditionellen, ineffizienten Feuerstellen mit drei Steinen kochen. Ein verbesserter lokaler Holzofen könnte das Leben vieler Burundier erheblich verbessern. Der Ofen lässt sich in weniger als einem Tag bauen und bietet zahlreiche Vorteile: Er verbraucht weniger Feuerholz, ermöglicht das Kochen von zwei Töpfen gleichzeitig mit einer Feuerquelle, erfordert keine besonderen Fachkenntnisse beim Bau, besteht aus günstigen Materialien, reduziert die Luftverschmutzung in der Küche dank eines Schornsteins und verringert das Risiko von Feuerunfällen, da das Feuer im Ofen eingeschlossen bleibt. Diese verbesserten Holzöfen könnten für viele Burundier die Zukunft des Kochens sein. Im August 2024 schulte der Handwerksmeister Traugott Binder von der Kachelofenbaufirma Traugott Binder GmbH aus Herrenberg in Baden-Württemberg 25 Personen solche Herde zu bauen.
2. Transportable Energiespar-Kochstellen
Eine weitere Innovation, unterstützt durch AKI ist, die transportable und vielseitige Kochstelle, die aus Lehm hergestellt und aufgebrannt wird. Diese Kochstelle kann sowohl mit Holz als auch mit Kohle betrieben werden. Die ärmeren Menschen können sich solche Kochstellen leisten und dadurch mehr Vorteile nutzen. Lea Nduwayo aus der Provinz Kayanza erhielt bereits Schulungen im Rahmen eines vom WFP geförderten und von Swisscontact organisierten Programms, und ihre Arbeit wird von AKI weiterhin unterstützt, um diese Kochstellen zu produzieren und zu vermarkten.
3. Energiesparender Backofen aus Lehm
Zusammen mit dem Handwerksmeister Traugott Binder von der Kachelofenbaufirma Traugott Binder GmbH hat AKI auch einen energiesparenden Backofen aus Lehm für Burundi aufgebaut, der fast vollständig aus lokalen Materialien wie Lehm und Steinen besteht, die sonst für den Hausbau verwendet werden. Das Ziel ist es, den Holzverbrauch zu reduzieren und den Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. Der Backofen ermöglicht es ihnen, sich selbstständig zu machen und Einkommen zu erzielen. Diese Öfen werden auch in Gemeinden und Kooperativen genutzt.
4. Transportable Holzöfen aus Metall
Zusammen mit der Stiftung „Brot gegen Not“ hat AKI das Projekt „Burundi Microbakeries“ ins Leben gerufen. Diese transportablen und äußerst effizienten Holzöfen zum Brotbacken sind darauf ausgelegt, jungen Unternehmern in Burundi die Gründung eigener Kleinunternehmen zu ermöglichen. Die Öfen sind nicht nur mobil, sondern sparen auch erheblich an Holzverbrauch ein.
AKI setzt sich weiterhin engagiert gegen die massive Abholzung in Burundi und damit auch gegen den Klimawandel ein. Der Verein plant, seine Aktivitäten weiter auszubauen und zusätzliche innovative Lösungen zu entwickeln, um einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz – Baden-Württemberg (MLR) unterstützt die Projekte „Agrarsoziales Bildungs- und Trainingszentrum in Gitega“ seit Juli 2020 und „Grüne Zukunft: Nachhaltiges Klimaschutzprojekt in Burundi“ seit Januar 2024 finanziell.